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Stand: 23.05.2019

Pressemitteilung

Paarbeziehungen in Zeiten der Corona-Krise – Chance oder Herausforderung?

Die Corona-Pandemie stellt die Gesellschaft und jeden Einzelnen vor große Herausforderungen. Zum einen sind wir alle angehalten, Distanz zu halten, zum anderen sind viele Menschen derzeit von der Arbeit freigestellt oder arbeiten von zu Hause aus. Darüber hinaus sind oft auch noch die Kinder zu beschäftigen. Dies kann vor allem in Paarbeziehungen eine neue Dynamik bringen. Die Frage ist, wie diese von den Paaren genutzt werden kann. Hier sind aus der Paar- und Eheberatung der Caritas einige Anregungen, die Situation als Paar zu meistern.

Gewonnene Zeit

Viele Paare berichten in der Paarberatung von dem Wunsch, mehr Zeit füreinander zu haben, da der Alltag häufig viel Zeit und Energie „schluckt“. Hilfreich kann es derzeit sein, die gewonnene Zeit gemeinsam neu zu organisieren. Tagesabläufe könnten besprochen und die Verantwortlichkeiten klar aufgeteilt werden. Beispielsweise bietet sich die Möglichkeit, Familien- und Paarrituale zu etablieren und feste „Paarzeiten“ einzuplanen. Gemeinsam kann überlegt werden, was beiden in dieser „Paarzeit“ gut tun würde: z. B. gemeinsam ein Buch lesen, Live-Konzerte im Internet anhören, sich gegenseitig massieren, den Garten neu gestalten oder einfach nur in Ruhe ins Gespräch zu kommen.

Sorgen ernst nehmen

In Beziehungen, die bereits belastet sind, kann mehr gemeinsame Zeit auch wie ein „Brandbeschleuniger“ in Konflikten wirken. Wenn Partner z. B. mit Ängsten sehr unterschiedlich umgehen, kann dies gerade in jetzigen Zeiten Schwierigkeiten mit sich bringen. Der/die ängstlichere von beiden wünscht sich häufig, mit seinen Ängsten und Sorgen gesehen und ernst genommen zu werden, auch wenn der Partner oder die Partnerin diese selbst so nicht teilt. Gemeinsam kann vielleicht besprochen werden, was hilfreich sein kann, die Ängste zu reduzieren.

Viele dieser Ängste haben derzeit auch einen realen und oft bedrohlichen Hintergrund, wenn beispielsweise die berufliche oder finanzielle Existenz bedroht ist. Auch hier kann es helfen, mit dem Partner über die Sorgen zu sprechen und gemeinsam Lösungswege zu suchen.

Frust ablassen?

Viele denken, dass zu Hause der „richtige“ Ort ist um Frust abzulassen oder sich gehen zu lassen. Dadurch werden Konflikte häufig angefacht. Wenn man vom Partner genervt ist, könnte man sich überlegen, wie man in einer solchen Situation mit Arbeitskollegen umgehen würde. Denn dort gelingt es den meisten Menschen, sachlich und höflich zu bleiben oder zumindest den Rückzug anzutreten, um eine Eskalation zu vermeiden.

Distanz und Nähe

In Partnerschaften ist häufig auch das Bedürfnis nach Nähe und Distanz unterschiedlich ausgeprägt und muss ausbalanciert werden. Es kann sinnvoll sein, sich gegenseitig Freiräume einzuräumen. Da derzeit viel Abstand von anderen Menschen gefordert wird, auch von Menschen, denen wir vielleicht ansonsten sehr nahestehen, wie Eltern, Kindern oder Großeltern, kann innerhalb der Paarbeziehung körperliche Nähe umso wichtiger werden. Ein sich gegenseitig in den Arm nehmen, kann da sehr entlastend sein.

Bei Körperkontakt werden Glückshormone freigesetzt und die können alle derzeit gut gebrauchen. Auch ein Dankeschön für die gemeinsame Bewältigung kann aufbauend sein. Vielleicht gelingt es sogar, sich gegenseitig mit kleinen Aufmerksamkeiten oder Nettigkeiten zu überraschen.

Die Paar- und Eheberatung des Caritaszentrums in Heppenheim

In der Paar- und Eheberatung des Caritaszentrums in Heppenheim können derzeit keine persönlichen Beratungsgespräche vor Ort durchgeführt werden.
Es ist aber an den Werktagen möglich, eine telefonische Krisenberatung in Anspruch zu nehmen.

Stefanie Fuchshuber und Martin Fraune sind unter der Rufnummer 0 62 52 – 99 01 30 erreichbar.
Die Geschäftszeiten sind:
Montags bis donnerstags von 8:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Freitags von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr.

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