Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus

In unserer täglichen Arbeit mit Ehrenamtlichen, die geflüchtete Menschen im Alltag unterstützen, bekommen wir immer wieder rassistische und diskriminierende Vorfälle geschildert. Zwei Erfahrungsberichte wollen wir gerne teilen.

Ein großer Lebensbereich in dem Geflüchtete immer wieder mit Diskriminierung konfrontiert werden ist die Ausbildung und der Arbeitsplatz. Oft gibt es aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Name etc. bereits Probleme bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. In einem uns zugetragenen Fall erfolgte Diskriminierung nicht nur von Seiten der Kunden, sondern auch vom Ausbilder selbst. Ein Ehrenamtlicher berichtete uns, dass ein von ihm begleiteter geflüchteter junger Mann eine Ausbildung als Bäcker anfing. Aufgrund seiner Hautfarbe wurde er zuerst von Kunden mit der Aussage "Ist der Neger jetzt für die Negerküsse verantwortlich?" belächelt. Anstatt für seinen Auszubildenden einzutreten, lachte der Ausbilder selbst auch über die Sprüche und animierte damit auch die anderen MitarbeiterInnen mitzumachen. Trotz des Versuchs des Ehrenamtlichen mit dem Ausbilder zu sprechen und die Situation zu entschärfen beruhigte sich diese nicht. Diese Diskriminierung führe so weit, dass der Geflüchtete seine Ausbildung vorzeitig abbrach.
Auch beim Thema Wohnungssuche erleben Geflüchtete im Alltag oft Diskriminierung. Oftmals ist es schon der Name der als Ausschlusskriterium für eine Wohnungsbesichtigung dient. Häufig wird es nicht nur bei einer Absage belassen sondern es folgen Beleidigungen, Beschimpfungen und rassistische Äußerungen. So trug es sich auch im Beispiel zu, welches uns eine Ehrenamtliche erzählt hat. Eine Frau, welche schon mehrere Jahre in Deutschland wohnte, arbeitete und nun nach einer neuen Unterkunft suchte, bekam auf ihre Bewerbung auf eine Wohnung eine SMS nach ungefährem Wortlaut: "Ich werde meine Wohnung sicher nicht an eine schwarze Frau vermieten ihr seid alle laut und dreckig und die Wohnung kannst du dir sowieso nicht leisten".
Dies sind nur zwei von vielen Beispielen, die uns von Ehrenamtlichen berichtet wurden. Um sich über Diskriminierung und Rassismus auszutauschen ging es in einem unserer Netzwerktreffen mit den ehrenamtlichen HelferInnen speziell um dieses Thema. Begleitet von dem Antidiskriminierungsnetzwerk Südhessen hatten die Ehrenamtlichen zwei Stunden Zeit sich über dieses Thema auszutauschen. Da das Thema hochaktuell ist und dies wahrscheinlich auch in Zukunft so bleiben wird planen wir weitere Veranstaltungen zu diesem Thema. Unter anderem soll es einen Workshop geben, in dem Ehrenamtliche Handlungsmöglichkeiten erlernen können um mit diesem Thema umzugehen.

Alisa Seidl & Deniz Inal
Koordinationsstelle Asyl-Ehrenamt
Caritasverband Darmstadt e.V.
Migrationsdienst Bergstraße
Caritas Zentrum Franziskushaus
Klostergasse 5a
64625 Bensheim
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