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Stand: 23.05.2019

Pressemitteilung

Flüchtlingssituation im Odenwaldkreis

Betreut werden sie von zwei MitarbeiterInnen der Arbeiterwohlfahrt. Einer davon hat bis vor zwei Jahren selbst in Syrien gelebt.

Im Odenwaldkreis gibt es keine Sammelunterkünfte. Die Asylsuchenden wohnen in verschiedenen Gemeinden des Kreises in Privatunterkünften. Das bedeutet sowohl für die Asylsuchenden als auch für die Helfer, dass sie oft weite Fahrtstrecken zurücklegen müssen. In manchen Ortschaften gibt es kaum Infrastruktur und schlechte Verkehrsanbindungen. Ein Arztbesuch kann hier eine größere Herausforderung bedeuten. Zuerst muss eine Bewilligung dafür beim Landratsamt in der Kreisstadt Erbach besorgt werden und dann muss oft ein weiter Weg zum Arzt in Kauf genommen werden weil nicht in jeder Ortschaft eine Arztpraxis ist. Die Kreisverwaltung ist jedoch bestrebt, zumindest Familien mit kleinen Kindern mehr in den Zentrumsstädten unterzubringen.

Viele Menschen haben Räder gespendet, so dass damit kürzere Entfernungen gut zurückgelegt werden können.

Die Spenden- und Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist vorhanden. Viele Ehrenamtliche in den Gemeinden ergänzen die Begleitung durch die Begleitung durch Fachkräfte. Wegen der hohen Zahl der Flüchtlinge ist dies auch dringend nötig.

In verschiedenen Gemeinden gibt es rührige Initiativen, z.B. der Runde Tisch in Reichelsheim oder der Helferkreis in Beerfelden. Da die erwachsenen Asylsuchenden oft viele  Monate auf einen Sprachkurs warten müssen, bieten Ehrenamtliche Sprachkurse an. Sie begleiten bei Behörden- und Arztbesuchen, vermitteln zu Diensten und Organisationen und spenden Möbel und Kleidung.

Ein schönes Beispiel für eine gelungene Integration  sind zwei junge Eritreer, die von Ehrenamtlichen in den Leichtathletikverein vermittelt wurden und sich nun dort schon über erste sportliche Erfolge freuen können.

Auch im Caritas Zentrum in Erbach kommen die Asylsuchenden an, vor allem in der Allgemeinen Lebensberatung und in der Schwangerenberatung. In der Babykleiderkammer "Fohkiste" können sich Familien mit Schwangerschafts- und Kinderkleidung eindecken. Im Patenschaftsprojekt "Kinder willkommen" betreuen ehrenamtliche Patinnen oft mit sehr großem Engagement asylsuchende Familien mit Babys. Oftmals können Hilfen in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und den Pfarrgemeinden geleistet werden.

Auch der Dekanatsrat  hat sich schon mit dem Thema befasst.

Damit die Ehrenamtlichen besser helfen können, findet unter der Trägerschaft der Ehrenamtsagentur und des Diakonischen Werkes ein zehnteiliges Seminar statt, an dem Haupt- und Ehrenamtliche teilnehmen. Auch das Caritas Zentrum beteiligt sich daran.

Da 2015 weiterhin mit einer wachsenden Zahl von Asylsuchenden gerechnet wird, allein für das erste Quartal 2015 sind vom Regierungspräsidium bereits 29 Personen angemeldet, sind ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zur Begleitung dieser Menschen jederzeit willkommen.

Kontakt:

Elena Dall’Omo und Ursula Klemm

Caritas Zentrum Erbach

Hauptstraße 42

Tel.: 06062 955330

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