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Stand: 23.05.2019

Pressemitteilung

Wenn Eltern ihren Kindern kein Zuhause bieten können

Im Juli 2016 startete der Caritasverband mit einem stationären Hilfsangebot in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Die ersten Bewohner des Hauses in der Heimstättensiedlung waren auf Wunsch der Stadt Darmstadt unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die damals 15- bis 17-jährigen jungen Männer aus Afghanistan, Eritrea und Marokko sind mitlerweile volljährig und haben gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Daher wird das Haus nun, wie ursprünglich geplant, für Kinder und Jugendliche aus der Region geöffnet, die einen erhöhten Hilfebedarf und einen stabilen Rahmen brauchen.

Mit dem Auszug der volljährig gewordenen Bewohner beginnt ein neuer Abschnitt im Heimstättenweg 102. Nun können hier 12- bis 18-jährige Mädchen und Jungs einen neuen Lebensort finden, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihr Elternhaus verlassen mussten. "Kinder und Jugendliche benötigen für ihre Entwicklung ein gutes Zuhause, in dem sie sich geborgen fühlen und Schutz genießen. Wenn in Familien zu viele Konflikte sind kann es nötig sein, dass die Jugendlichen eine Auszeit aus der Familie brauchen. Auch Kinder, die zum Beispiel bei Alkoholabhängigkeit oder psychischer Erkrankung der Eltern in zu belasteten Situationen aufwachsen, benötigen eine gewisse Zeit eine Alternative zum eigenen Zuhause", so Caritasdirektor Ansgar Funcke.  Das Netzwerk an Beratungsangeboten, das der Darmstädter Caritasverband in den Bereichen Psychiatrie und Suchtbehandlung aufgebaut hat, soll bei der Weiterentwicklung der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe genutzt werden. Kinder aus betroffenen Familien bekommen also "Hilfe aus einer Hand".

Die ersten neuen Bewohnerinnen und Bewohner sind nun eingezogen. Der weitere Belegungswechsel wird im Haus nun unter neuer Führung durchgeführt. Der bisherige Dienststellenleiter Horst Miltenberger möchte nach drei Jahren Pionierarbeit sein Engagement wieder voll und ganz der Gemeinwesenarbeit widmen können, deren Dienststellenleitung er innehat.

Somit hat zum 1. Februar 2019 Kirstin Reiniger die Einrichtungsleitung der  stationären Wohngruppe übernommen. Die Dipl. Sozialarbeiterin arbeitet seit über zwölf Jahren beim Caritasverbandes Darmstadt. Bisher  war sie zuständig für Qualifizierungskurse in der Kindertagespflege und die Vermittlung und Begleitung von Kindertagespflegepersonen im Kreis Bergstraße. Diesen Bereich wird sie auch nach Übernahme der neuen Aufgabe weiter verantworten.

Die Kontaktpflege zu Jugendämtern spielt bei der Belegung des Hauses eine entscheidende Rolle. Beim Jugendamt des Kreises Bergstraße ist Kirstin Reiniger durch den bestehenden Kooperationsvertrag im Bereich Kindertagespflege für ihre gute Zusammenarbeit bekannt. Dieses Know-how wird sie auch beim Aufbau neuer Kontakte einfließen lassen. "Es ist mir ein großes Anliegen, Kindern und Jugendlichen im Sinne des Kindeswohls eine gute Umgebung zu schaffen, wo sie sich sicher, wohl und zumindest für eine Zeit lang auch ein bisschen zu Hause fühlen können."

Alexander Fiedler hat gemeinsam mit Horst Miltenberger die ersten drei aufregenden aber auch anstrengenden Jahre erlebt. "Die jungen Menschen haben alle ein großes Päckchen mit sich zu tragen", so der Wohngruppenleiter. "Alle haben eine sehr schwierige Lebenssituation. Da quellen manchmal die Emotionen über. Das bedeutet auch für das Team viel aushalten zu müssen." Nicht jede und jeder kam mit all dem klar, auch weil der Schichtdienst, der an sieben Tagen die Woche jeweils 24 Stunden Betreuung abdecken muss, nicht für alle mit der Familie zu vereinbaren war. Doch jetzt ist das Team wieder komplett: Drei Frauen und vier Männer, Diplom Sozialpädagogen, Erzieher, ein Diplom Pädagoge und zwei Hauswirtschaftskräfte sorgen für Schutz, Fürsorge und Unterstützung und dafür, dass die hier lebenden Menschen in einem geschützten Rahmen Perspektiven entwickeln können.

Gemeinsam den Alltag bewältigen

Neun Plätze werden im Haus angeboten, dazu gibt es noch zwei Verselbstständigungsplätze. Diese befinden sich im Dachgeschoss, mit dem Ziel, in kleinen Gruppen den Alltag mit sozialpädagogischer Unterstützung eigenständig und eigenverantwortlich zu gestalten und Lebensperspektiven zu entwickeln.

Der Arbeitsalltag im Haus ist sehr familiennah. Die Betreuer bereiten das Frühstück, für das Mittag- und Abendessen sorgen die Hauswirtschaftskräfte. Die Jugendlichen binden sich dabei gerne ein.

Tagsüber besuchen die Mädchen und Jungs die Schule oder sind in Ausbildung. Die Hausaufgaben werden selbstständig erledigt, die Betreuer stehen für Rückfragen zur Verfügung. Sie besuchen auch die Elternabende, führen mit den Lehrern Gespräche wenn Nachhilfe erforderlich ist. So geschieht die schulische und berufliche Förderung durch das Team immer in enger Zusammenarbeit mit den Lehrkräften an Schulen sowie den Anbietern von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen. Die Freizeit verbringen die jungen Leute mit Fußball, Tischtennis, im Fitnessraum, am Computer oder in der Stadt mit Freunden. Auch die Betreuer bieten Freizeitangebote an.

"Uns ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen im Weihbischof-Guballa-Haus verlässliche Alltagsstrukturen, vertrauensvolle Beziehungen und Lebensbedingungen finden, die Mut machen, Perspektiven eröffnen und das Selbstvertrauen stärken", so Horst Miltenberger. "Das Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen ein positives Lebens- und Selbstwertgefühl entwickeln und sich emotional stabilisieren."

Der Fachbereich Jugendhilfe wird in diesem Jahr weiter wachsen, da im Kreis Bergstraße, in Mörlenbach, eine zweite Wohngruppe zum Ende des Jahres eröffnet wird. Vorausgesetzt, die nun beginnenden Bauarbeiten werden termingerecht ausgeführt. Neun Plätze und ein Verselbstständigungsbereich über zwei Etagen stehen dann im Josefshaus zur Verfügung. Auch diese Einrichtung gehört zum Verantwortungsbereich der neuen Leiterin.

Kontakt: Weihbischof-Guballa-Haus, Heimstättenweg 102, 64295 Darmstadt

Tel.: 06151 39 19 19 0, Guballa-haus@caritas-darmstadt.de

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