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Stand: 23.05.2019

Pressemitteilung

Wenn der Beruf zur Berufung wird

Als Diplom-Sozialarbeiterin begann Claudia Bock nach ihrem ersten und einzigen Bewerbungsgespräch in der Beratungsstelle in Dieburg mit der Betreuung von psychisch kranken Menschen. Diesen Klient*innen ist sie in all den Jahren treu geblieben und hat sich mit ganzem Herzen für die betroffenen Menschen und ihre Angehörigen eingesetzt, sich für viele Verbesserungen stark gemacht und diese in die Tat umgesetzt.

"Die Hilfeangebote kontinuierlich weiterzuentwickeln, in Dieburg und in Reinheim sowie im Verband, das war die größte Herausforderung in all meinen Berufsjahren", so ihr Resümee beim Rückblick auf ihr Berufsleben.

"Diese Herausforderung wurde mehr als bravourös gemeistert", dankt Caritasdirektorin Stefanie Rhein ihrer Mitarbeiterin. "Ein "geht nicht", das gab es bei dir nicht. Mit diesem Motto hast du über all die Jahre zahlreiche professionelle Hilfen für die Betreuung und Beratung von psychisch kranken Menschen auf die Beine gestellt. Du hast dadurch so vielen Menschen ermöglicht, trotz ihrer Probleme ein erfülltes Leben zu führen." Zwei Zentren hat die heute 60-Jährige in ihrer Caritaszeit aufgebaut. Zuerst wurde in Dieburg neben der Beratung auch das Betreute Wohnen und die Tagestätte etabliert. Seit 2002 sind diese Hilfeangebote gebündelt unter einem Dach im Caritaszentrum in der Aschaffenburger Straße 21 A. Fünf Jahre später wurde wegen der hohen Nachfrage ein zweites Zentrum in Reinheim eröffnet. Dort gibt es auch die einzige Gerontopsychiatrische Tagesstätte im Landkreis.

Als 2009 das Gastronomie-Qualifizierungsprojekt des Caritasverbandes eine neue Struktur brauchte, wurde Claudia Bock angefragt, die Übergangsphase zu begleiten - daraus wurden zwölf turbulente Jahre. In diese Zeit fällt auch die Stiftung des Hotel-Restaurant Karolinger Hof durch das Lorscher Ehepaar Hermann und Rositta Helwig. Hier, und in den dazugehörenden Bistros, "Klostergarten" in Bensheim und "D42" in Darmstadt, erhalten langzeitarbeitslose Menschen und Menschen mit Handicaps, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben, eine neue Perspektive. Durch die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße, weiteren Kostenträgern und der Destag-Stiftung konnte viel erreicht werden. "Das Ziel, Menschen mit den unterschiedlichen Vermittlungshindernissen eine Beschäftigung, Anstellung oder gar Ausbildung zu ermöglichen, wird hier seit Jahren erfolgreich geschafft", freut sich die Caritasdirektorin. "Du suchst immer neue Wege, um dieses Ziel zu erreichen. Es ist bewundernswert durch welchen Finanzierungsdschungel du den Durchblick behältst, um immer wieder neue Chancen zu ermöglichen, mit welcher Empathie du dies alles leistest und wie du andere begeistert und miteinbeziehst."

Künftig wird diese Vielzahl von Aufgaben und die Verantwortung für 53 Mitarbeitende auf zwei Schultern verteilt. Die bisherige Stellvertreterin Ruth Montag übernimmt die Leitung der Caritaszentren in Dieburg und Reinheim und Frank Hofmann übernimmt die Leitung des Karolinger Hofes. Neue Herausforderungen, wie die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes, liegen nun in deren Verantwortung.

Claudia Bock ist am Ende ihres Berufsweges vor allem eins, nämlich dankbar. "Dankbar, drei großartige Teams gehabt zu haben. Ohne meine Teams wäre die Umsetzung der Ideen für neue Projekte nicht möglich gewesen." Auch die Anbindung in den Sozialraum sei für eine gute Arbeit sehr wichtig. Ärzt*innen, Jobcenter, viele politische und kirchliche Kontakte prägten somit ihr Berufsleben. Ohne Corona wäre es daher eine große Verabschiedung geworden. Doch Claudia Bock hadert nicht. "Ich hatte mit meiner Arbeitsstelle ein so großes Glück. Mein Berufsleben war ein Geschenk und eine echte Bereicherung."



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