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Stand: 23.05.2019

Pressemitteilung

Neue Wege in der Suchtberatung

In Deutschland stellt der problematische Konsum von Suchtmitteln wie Alkohol, Tabak, Medikamenten und illegalen Drogen ein erhebliches Problem dar. An den Folgen sterben jährlich 180.000 Menschen frühzeitig. Dies verursacht einen hohen volkswirtschaftlichen Schaden.

Laut Fachleuten sind Suchtmittelprobleme beispielsweise  dafür verantwortlich, dass arbeitslose Menschen nicht mehr in den Arbeitsmarkt zurückkehren können. Einer Studie zufolge weisen etwa 15% der über 25jährigen und sogar 30% der unter 25jährigen ALG-II-Empfänger einen problematischen Suchtmittelgebrauch auf.

Auf das Gebiet Odenwald und Heppenheim umgerechnet bedeuten diese Zahlen, dass mehr als 800 ALG-II-Empfänger ein riskantes Konsumverhalten aufweisen, welches ohne professionelle Hilfestellung  zunehmend negative soziale, gesundheitliche und berufliche  Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Bundesweit erreicht die Suchthilfe aber nur etwa zehn Prozent der Menschen mit Suchtmittelmissbrauch oder – abhängigkeit, für den Kreis Bergstraße wird eine ähnliche Versorgung angenommen. Dabei sind mit kompetenter Hilfestellung  diese Probleme sehr gut behandelbar.

Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße –Kommunales Jobcenter- hat  dieses Problem erkannt und es sich zur Aufgabe gemacht für seine Leistungsbezieher eine spezielle Unterstützung anzubieten. Im Juli 2013 startete das Pilotprojekt „Servicepoint Sucht“ im Jobcenter Mörlenbach, mit einem  passgenauen Beratungsangebot für Suchtkranke aber auch für Menschen die in irgendeiner Weise vom Thema „Sucht“ betroffen sind. 

Auf Grund der guten Erfahrungen wurde dieses Angebot ab Juli 2014 auch auf alle vier Jobcenter ausgeweitet. Die Caritas steht Menschen im Rahmen der Suchtberatung nun in den Jobcentern Mörlenbach und Heppenheim zur Verfügung.

Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfond sowie das Land Hessen, mit dem  Auftrag den Menschen mit problematischem Suchtmittelkonsum schnelle und unkomplizierte Hilfe zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise sollen die Chancen auf eine berufliche Wiedereingliederung verbessert werden.

Das Angebot richtet sich an alle ALG-II-Empfänger (Betroffene Angehörige, Arbeitgeber  und Menschen die  mit diesem Thema umgehen müssen) und kann auf Wunsch anonym in Anspruch genommen werden. Eine Terminvereinbarung ist nicht notwendig, auch die Fallmanager müssen bei einer solchen Beratung nicht informiert werden.

Info: Sprechzeiten ServicePoint Sucht Heppenheim: montags von 8.30 Uhr bis 13.30 Uhr und Mörlenbach: dienstags 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr

 

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