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Stand: 23.05.2019

Pressemitteilung

„Ich bin mutiger, selbständiger und dadurch auch glücklicher geworden“

 

Yaa Pokuaa aus Ghana lebt seit sieben Jahren in Deutschland. Die dreifache Mutter war anfangs fast immer zu Hause und hat afrikanisch gesprochen, einen Deutschkurs konnte sie wegen fehlender Kinderbetreuung nicht besuchen. Sie hatte wenig Kontakt nach außen und immer Angst, etwas alleine zu machen. Ab Februar 2011 besuchte sie  den Caritas Frauenintegrationskurs mit Kinderbetreuung im Arheilger Muckerhaus. In zwei Jahren hat sie in 900 Stunden die deutsche Sprache gelernt und durch einen 60stündigen Orientierungskurs auch vieles über die deutsche Gesellschaft und die Stadt erfahren.  „Ich bin seither viel selbständiger und mutiger geworden und kann Arztbesuche und sonstige Termine selbst erledigen“, erzählt sie glücklich in gutem Deutsch.

Keine Angst mehr vor der deutschen Sprache und damit vor einem Leben in Deutschland, haben auch ihre zwölf Kursteilnehmerinnen aus elf verschiedenen Ländern. Die 13 Frauen sind stolz und glücklich, denn sie haben alle die Prüfung bestanden, elf sogar mit Bestnote B1. Nun  erhalten sie das Zertifikat Integrationskurs, welches für die Aufenthaltsverfestigung in Form einer Niederlassungserlaubnis und zur Einbürgerung zwingend erforderlich ist.

Feierstunde würdigt großen Erfolg

In einer kleinen Feierstunde mit ihren zweijährigen Wegbegleiterinnen und        -begleitern sowie weiteren geladenen Gästen wurde ihr Erfolg gewürdigt. Die Politikerinnen Barbara Akdeniz, Daniela Wagner und Brigitte Zypries gehörten auch zu den Gratulantinnen.

Die Migrantinnen sind sich einig, dass sie diesen Erfolg nur erzielen konnten, da sie ihre Kinder in guten Händen wussten. Das machte den Kopf fürs Lernen der deutschen Sprache frei. Zu Beginn des Kurses waren es 13 Kinder, darunter vier Neugeborene, zum Abschluss waren es noch sechs unter drei Jahren, die von Fachpersonal im Spielraum nebenan betreut wurden.

„Die Frauen arbeiteten sehr intensiv und haben mich durch ihre Ausdauer, ihren Mut, ihre Initiative und ihren Fleiß begeistert“, so die lobenden Worte ihrer Lehrerin Doris Lenhard. Aufgrund eines eigenen zehnjährigen Auslandsaufenthaltes kann sie sich sehr gut in die Lage der Frauen versetzen. „In einer fremden Kultur lebt man zunächst wie unter einer Glocke. Keiner weiß, wer man wirklich ist, dies macht einsam. Dieses Kursformat mit Kinderbetreuung darf nicht aufgegeben werden, es ist ein Erfolgsrezept.“ Enden sollte es aber nicht hier, denn für einen guten Job bräuchten die Frauen noch eine weitere Förderung, die es in Deutschland aber bisher nicht gibt.

Die Dienststellenleiterin des Caritas Migrationsdienstes Maria-Antonia Estol dankte der Lehrerin für ihr großes Engagement. „Frauen darin zu unterstützen, ihren gleichberechtigten Platz in unserer Gesellschaft zu finden ist Ihnen eine Herzensangelegenheit. Dafür tun Sie sehr viel, mit erheblichen ehrenamtlichen Anteilen!“

Caritas Migrationsdienst berät

Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer ist froh, dass der Migrationsdienst des Caritasverbandes zusammen mit der Gemeinwesenarbeit diesen Kurs zum dritten Mal erfolgreich anbieten konnte. Einen Vorteil sieht er in der Ergänzung durch die  Migrationsberatung, die parallel angeboten wird.  „Als anerkannter Träger der Migrationsberatung wollen wir einen Beitrag leisten, bestehende Ängste abzubauen, um die gegenseitige Wertschätzung und Akzeptanz zu stärken“, so der Caritasdirektor. „Die Beratung fördert die Integration, da die Frauen lernen, sich besser im Alltag zurechtzufinden und auch selbstbestimmt und selbständig zu handeln. Sie lernen Dinge alleine, ohne Hilfe zu regeln.“

Freiwillig engagierte Sprachpartnerinnen unterstützten die Kursteilnehmerinnen. Diese haben mit den Frauen Hausaufgaben gemacht, Vokabeln und Grammatik gelernt, viel geredet, geübt und Erlerntes verfestigt. Für diese Hilfe waren die Frauen sehr dankbar.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert die Integrationskurse. Da die Kinderbetreuung nicht ausreichend finanziert wird, ist der Caritasverband der kommunalen Förderung sehr dankbar, hofft aber, dass dieses Problem auf Bundesebene gelöst wird.

Alle Frauen, die für sich einen Hilfebedarf sehen, können sich gerne bei Naranchimeg Faul, Mitarbeiterin im Migrationsdienst, unverbindlich informieren.

Kontakt: Tel.: 06151 999144

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