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Stand: 23.05.2019

Pressemitteilung

Es ist gut, dass ihr da seid

"Es ist gut, dass ihr da seid", so die Worte des Diözesanadministrators im Gottesdienst an die 16- bis 17-jährigen jungen Männer aus Afghanistan, Eritrea und Marokko. Sie sind die ersten Bewohner der neuen Einrichtung des Caritasverbandes in der Heimstättensiedlung auf dem Gelände der Kirchengemeinde Heilig Kreuz. Mit neuem Leben gefüllt wurde das renovierte frühere Konventhaus des Deutschen Ordens im Juli, nun wurde es der Nachbarschaft und den Gemeindemitgliedern mit einer Einsegnungsfeier vorgestellt.

"Es gibt Aufgaben, die kann man nur gemeinsam bewältigen", sprach Giebelmann die Gemeinde an und dankte unter anderem dem Caritasverband, der Stadt, dem Bistum, der Kommune, dem Jugendamt, der Pfarrgemeinde und den Nachbarn, die alle gemeinsam daran mitgewirkt haben, "dass Menschen eine neue Heimat finden, die dem Tod und Schrecken davon gelaufen sind."

Gruppenleiter Alexander Fiedler stellte der Gemeinde die Einrichtung vor, die im Wesentlichen die Aufgabe habe, jungen Menschen eine neue Lebenschance und neue Perspektiven zu geben und dankte allen für die freundliche Aufnahme. Seit April 2016 ist der 33-jährige Diplom Sozialarbeiter und Erziehungswissenschaftler beim Caritasverband, um Dienststellenleiter Horst Miltenberger beim Aufbau des neuen Aufgabengebietes zu unterstützen. Vor Einzug der Bewohner musste neben der konzeptionellen Arbeit, dem Kümmern um die Renovierung des Hauses oder der Einrichtung der Zimmer auch ein Team gesucht werden, welches nun dafür sorgen möchte, dass im Heimstättenweg 102 ein neuer Lebensort für 14- bis 18-jährige Kinder und Jugendliche entsteht, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihr Elternhaus verlassen mussten. Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation wurde der Verband von der Stadt Darmstadt gebeten, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen und zu betreuen. Derzeit sind es 223 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die Darmstadt gemäß Jugendhilfegesetz zu betreuen hat. Damit deren Integration bestmöglich gelingen kann, kooperiert die Stadt mit verschiedenen Trägern. Sozialdezernentin Barbara Akdeniz ist froh, dass der Caritasverband Darmstadt eine Einrichtung übernommen hat und differenzierte Begleitung anbietet.

Die  Einrichtung bietet zehn Plätze und zwei Notfallplätze an. Für den Umbau und die Renovierung hat der Caritasverband Darmstadt rund 100.000 Euro ausgegeben, 30.000 Euro kamen für die Einrichtung der Zimmer hinzu.

"Die Kinder und Jugendlichen finden im Weihbischof Guballa Haus verlässliche Alltagsstrukturen, vertrauensvolle Beziehungen und Lebensbedingungen, die Mut machen, Perspektiven eröffnen und das Selbstvertrauen stärken", so Dienststellenleiter Horst Miltenberger. "Hier werden sie von pädagogischem Fachpersonal ganzjährig und rund um die Uhr betreut. Durch einen strukturierten Tagesablauf, viele verschiedene Freizeitangebote und individuelle Hilfekonzepte erlenen die jungen Menschen das Rüstzeug für ein eigenverantwortliches Leben, vor allem Vertrauen in sich selbst."

Perspektivisch werden auch  Kinder und Jugendliche aus der Region hier ein neues Zuhause finden.

Die jungen Menschen werden vom Team schulisch und beruflich gefördert. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Lehrkräften an Schulen sowie den Anbietern von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen. ""Die Jungs sind strebsam, motiviert, wissenshungrig und lebensbejahend", so der Gruppenleiter. "Gleichzeitig haben sie Angst zurück zu müssen. Trotz dieser schwierigen Umstände und dem Wissen, ohne Schulabschluss keine Bleibeperspektive zu haben lernen sie sehr fokussiert."    

"Das Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen ein positives Lebens- und Selbstwertgefühl entwickeln, dass sie sich emotional stabilisieren und wieder in ihre Familie zurück kehren können", so Alexander Fiedler. Bei den minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen sind Eltern verstorben, im Heimatland nicht mehr erreichbar oder leben in anderen Ländern. Deshalb sei es wichtig, weitere Angehörige der Jugendlichen aufzufinden, auch dabei sei das Team behilflich.

Die ersten Bewohner fühlen sich im Weihbischof Guballa Haus sehr wohl. Trotz unterschiedlicher Kulturen kommen alle miteinander aus. Für das gute Miteinander trägt auch die gute Hausaufteilung bei. Das Haus ist noch aus den Ordenszeiten gut mit Bädern bestückt, so dass zwei, maximal drei Bewohner sich ein Bad teilen.

Im Erdgeschoss finden sich die Gemeinschaftsbereiche: Küche, Wohn- und Esszimmer, ein Gruppen- und ein Fitnessraum stehen für gemeinsame Aktivitäten sowie pädagogische und therapeutische Angebote zur Verfügung. Auch das Team hat im Erdgeschoss sein Bereitschaftszimmer. Drei Schichten, Früh, Tag und Nacht, decken eine 24 Stunden Betreuung ab. Sechs pädagogische Fachkräfte, eine Hauswirtschaftskraft, eine Gruppenleitung und ein Hausmeister sorgen für Schutz, Fürsorge und Unterstützung.

Im Dachgeschoss ist für die Jugendlichen eine Wohneinheit integriert, die als Verselbstständigungsbereich geeignet ist, mit dem Ziel, in kleinen Gruppen den Alltag mit sozialpädagogischer Unterstützung eigenständig zu gestalten und Lebensperspektiven zu entwickeln.

Weitere Verselbstständigungsgruppen und der Aufbau des Betreuten Wohnens sind Bausteine, die noch aufgebaut werden.

"Die stationäre Wohngruppe ist sozusagen unser Senfkorn, das nun gesät ist um mit der Zeit in der Familien-, Kinder- und Jugendhilfe zu wachsen", bringt  es Horst Miltenberger auf den Punkt. "Vor zwei Jahren begann alles mit einer Arbeitsgemeinschaft, die sich  auf Initiative des Caritasdirektors Ansgar Funcke mit der Frage beschäftigte: Was brauchen wir an Kinder-, Familien- und Jugendhilfe, um auch dieser Zielgruppe Hilfen anbieten zu können. Denn sowohl im Suchthilfebereich als auch im Bereich der Gemeindepsychiatrie gibt es immer wieder Fälle, die zeigen, dass die Kinder der Betroffenen für eine gewisse Zeit eine Alternative zum eigenen Zuhause benötigen."

Caritasdirektor Ansgar Funcke ist froh, dass aus dieser Initiative mit viel Engagement und Herzblut vieler Beteiligter dieses neue Angebot entstanden ist. Ein weiteres Angebot in Mörlenbach ist derzeit in Planung.

Kontakt:

Weihbischof Guballa Haus, Heimstättenweg 102, Darmstadt

Tel.: 06151 3919190

Guballa-haus@caritas-darmstadt.de





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