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Stand: 12.06.2017

Pressemitteilung

Eine Zeitreise durch 20 Jahre Beschäftigungsprojekt

Es regnete in Strömen und daher konnte die Jubiläumsfeier des Zuverdienstprojektes, vielen als Beschäftigungsprojekt bekannt, nicht im Garten der Sturzstraße 37 stattfinden. Stattdessen wurde im „Caritaszentrum Am Wilhelminenplatz“ gefeiert, dort ist die Manufaktur und die Wäscherei verortet, während in der Sturzstraße die Kreativwerkstatt zu finden ist.

Vor 20 Jahren war Dienststellenleiter Norbert Schüssele auf der Suche nach einem Beschäftigungsangebot für psychisch kranke Menschen. „Wenn Menschen aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung keiner regelmäßigen Erwerbstätigkeit nachgehen können, kann dies zur Isolation führen, da die Menschen dann keine Kontakte mehr pflegen und am liebsten den ganzen Tag das Haus nicht mehr verlassen.“ Das Problem packte der Caritasverband Darmstadt vor 20 Jahren an und erweiterte 1997 sein umfangreiches Hilfeangebot für psychisch kranke Menschen um ein neues Angebot: Das Beschäftigungsprojekt.

Das neue an diesem Projekt war die Niedrigschwelligkeit. Im Gegensatz zur Tagesstätte und Werkstatt für Rehabilitation gab es somit ein offenes Angebot von Beschäftigung und Arbeit, welches ohne Anmeldung und ohne Verpflichtung aufgesucht werden konnte.

Norbert Schüssele stellte für diese Aufgabe Maria Werner-Zahn ein. „Mit viel Herzblut und Kreativität hast du von Anfang an diese Aufgabe angepackt. Das Beschäftigungsprojekt hat sich schnell zu einer Begegnungsstätte entwickelt, die für viele Menschen unverzichtbar geworden ist. Herzlichen Dank für dein 20jähriges unermüdliches Engagement“, so Norbert Schüssele in einer kleinen Jubiläumsfeier mit Mitarbeitenden und Besuchern des Projektes.

In einer Zeitreise ging Maria Werner-Zahn auf die verschiedenen Ereignisse im laufe der 20 Jahre ein.
Sie berichtete von den Anfängen in den Kellerräumen der Sturzstraße 9 mit Waschküche, Seidenmalerei, kleiner Holzwerkstatt, textiler Werkstatt und Papierarbeiten. Das Projekt wurde so gut nachgefragt, dass ein Umzug in die Sturzstraße 37 eine große räumliche Verbesserung mit sich brachte. Noch heute ist der dortige Kreativraum für viele Menschen eine gute Gelegenheit, sich behutsam und unverbindlich an die Hilfen heranzutasten, die der Caritasverband anbietet. Viele haben dort Ängste überwunden und den Glauben an sich selbst wieder gefunden. Manche zählten über Jahre hinweg zu den regelmäßigen Besuchern, andere haben über das Beschäftigungsprojekt Zugang zu der Beratung des Caritasverbandes für psychisch Kranke gefunden, das stärker verpflichtende Angebot der Tagesstätte oder Werkstatt genutzt oder sogar in eine Berufsausübung auf dem ersten Arbeitsmarkt zurück gefunden.

Mit dem Umzug des Caritaszentrums von der Sturzstraße 37 an den Wilhelminenplatz stellte sich die Frage, ob die Kreativwerkstatt in der Sturzstraße erhalten bleiben kann. Vielen Besuchern war dieser Ort sehr ans Herz gewachsen und so waren alle froh, dass diese Räume erhalten werden konnten. Gemeinsame Treffen und eine enge Zusammenarbeit beider Teams sorgen für eine enge Verbindung zwischen beiden Orten.

Im Lauf der Jahre wurden viele Erfahrungen gesammelt und viele Arbeitsmöglichkeiten erprobt. Im eigenen Waschsalon wird Wäsche für Kunden wie bspw. die Hochschule Darmstadt, das Hessische Landesmuseum sowie für sonstige Kunden gewaschen, gebügelt und gemangelt. In der Manufaktur und in der Kreativwerkstatt werden Geschenkartikel hergestellt, die bei Pfarrfesten, Basaren der Pfarrgemeinden, in Banken oder im Gesundheitsamt verkauft werden. Ein Verkaufsteam von Ehrenamtlichen kümmert sich mit viel Engagement darum. Ihnen und allen Weggefährten dankte Maria Werner-Zahn in ihrer ansprechenden Zeitreise.

Heute besuchen 25 Menschen die Angebote am Wilhelminenplatz, 20 in der Sturzstraße. Die Besucher werden von einem sechsköpfigen Team aus erfahrenen Dipl.- Sozialpädagogen/Sozialarbeitern und Ergotherapeuten angeleitet und betreut. Durch diese intensiven Kontakte können sich die Besucher körperlich wie auch psychisch stabilisieren. Krisen und Problemsituationen können oftmals bereits im Vorfeld abgewendet und verhindert werden, sodass Klinikaufenthalte stark verringert bzw. ganz vermieden werden können, ist sich der Dienststellenleiter aufgrund der langen Erfahrung sicher.

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