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Stand: 12.06.2017

Pressemitteilung

Seit 40 Jahren bietet der Caritasverband Darmstadt e. V. Hilfeangebote in Erbach an

Acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Erbacher Zentrum. Im letzten Jahr wurden 506 Menschen beraten. Hinter der Zahl verbergen sich Einzelschicksale, Alleinerziehende, Einzelpersonen, Paare, Familien oder schwangere Frauen, die sich aus unterschiedlichen Notsituationen an die Caritas gewandt haben. 93 Menschen suchten zum Beispiel die Schwangerenberatung auf, rund 130 die allgemeine Lebensberatung und rund 60 die Fachambulanz für Suchtkranke. Im Betreuungsverein wurden 50 gesetzliche Betreuungen geführt und 50 ehrenamtliche Betreuungen beraten und begleitet, das Patenschaftsprojekt "Kinder willkommen"  betreute 30 Familien mit 20 ehrenamtlichen Patinnen und in die Babykleiderkammer "Flohkiste" kamen circa 1.000 Besucherinnen und Besucher.

"Dabei hat die räumliche Nähe der Caritas Dienste und Angebote zur katholischen Pfarrei St. Sophia für die vielen gegenseitigen Unterstützungen Vorteile", so Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer. "Zum einen durch fachliches Know-how, zum anderen durch ehrenamtliche Unterstützung in der Einzelfallarbeit oder eine soziale Einbindung der Klienten durch Gruppenangebote wie Krabbel-, Frauen- und Seniorenkreise. Ein Vorteil ist auch, dass die Babykleiderkammer Flohkiste sowie die Arbeitsloseninitiative "Kompass" direkt vor Ort sind, denn die räumliche Nähe ist gerade im ländlichen Raum mit seinen oft schlechten Verkehrsanbindungen wichtig." Dies sei auch ganz im Sinne der neuen Caritas-Kampagne 2015 "Stadt-Land-Zukunft", mit der der Deutsche Caritasverband die Herausforderungen aufgreift, die sich aufgrund der demografischen Entwicklung für die ländlichen Räume und damit oft auch für die Städte ergeben.

Der Vorstandsvorsitzende Franz-Josef Kiefer und sein Vorstandskollege Ansgar Funcke achten darauf im Odenwaldkreis sowie im Kreis  Bergstraße, Kreis Darmstadt-Dieburg und in der kreisfreien Stadt Darmstadt, ein auf die Bedarfe zielgerichtetes Hilfespektrum anzubieten. Auf der anderen Seite müssen beide auch verantworten, dass die Geschäftsbereiche sich wirtschaftlich tragen. Schwierig ist dabei, dass dieNotsituationen mehr und mehr zunehmen, die Bezuschussungen sozialer Leistungen aus öffentlicher Hand jedoch seit zehn Jahren gleich sind. So auch die Kirchensteuer. Doch auf Grund von zurückgehenden Kirchsteuereinnahmen und dem zunehmenden Kostendruck der Kirche sind die beiden sehr dankbar, über Jahre hinweg jeweils 2,5 Millionen Euro für ihre Arbeit zu erhalten. Denn mit diesem Geld und dem Geld von Spendern und Stiftern können neue Projekte an finanziert werden und Leistungen angeboten werden, die sonst nicht möglich wären. So sind die beiden mit dem ausgeglichenen Ergebnis und dem Umsatzvolumen von rund 40 Millionen Euro im Jahr 2014 sehr zufrieden.

Im Mittelpunkt des Jahres 2014 stand das Motto der Caritas Jahreskampagne "Weit weg ist näher als du denkst!". "Die Kampagne zeigt, dass unser Verhalten und unser Lebensstil Auswirkungen haben, wie es Menschen woanders geht", erläutert Funcke. "Die Caritas setzt sich als eines der größten Hilfsnetzwerke weltweit für bessere Lebensbedingungen von benachteiligten Menschen ein. Jeder einzelne kann etwas zu einer gerechteren Welt beitragen."  

Auch in den Diensten des Caritasverbandes Darmstadt ist der Slogan Wirklichkeit. Jeder vierte Mensch in Hessen hat einen Migrationshintergrund. Die Tendenz ist steigend.

Da jedoch noch nicht bei allen Hilfeangeboten die Nachfrage von Menschen mit Migrationshintergrund entsprechend hoch ist, hat sich der Caritasverband Darmstadt 2014 in den Prozess der interkulturellen Öffnung begeben. "Alle unsere Einrichtungen machen sich auf den Weg", so Kiefer. "Wir haben eine Stabsstelle eingerichtet und  werden von der Hessischen Landesregierung durch das Landesprogramm WIR "Wegweisende Integrationsansätze realisieren" unterstützt." Aber nicht nur beim Klientel solle sich die Vielfalt wiederspiegeln, auch in der Mitarbeiterschaft. Ende 2013 hatten von den 1.100 Mitarbeitenden 71 einen Migrationshintergrund. Diese Zahl solle weiter erhöht werden.

Lange vorbei sind auch die Zeiten, als beim katholischen Wohlfahrtsverband  nur katholische Mitarbeitende eine Arbeit fanden.  Von römisch-katholisch, evangelisch, baptistisch, muslimisch, buddhistisch, bis hin zu armenisch-apostolisch, ev. Freikirche und mennonitisch ist heutzutage das bunte Spektrum an Religionszugehörigkeiten. Ziel der interkulturellen Maßnahmen ist es, ein Arbeitsfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. So unterzeichnete der Vorstand 2014 auch die Charta der Vielfalt.

Mit modernen Konzepten müsse immer wieder auf neue Herausforderungen eingegangen werden. So gehe auch die Suchthilfe mit Reduktions- und Suchtpräventionsprogrammen neue Wege, erläutert Funcke. "Für Menschen, die über viele Jahre konsumiert haben oder auch für junge Menschen, kann die Vorstellung einer dauerhaften Suchtmittelabstinenz so beängstigend sein, dass sie schon gar keine Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Deshalb können Programme, die den Konsum reduzieren sehr hilfreich sein. In der ambulanten Suchthilfe unseres Verbandes werden daher Programme wie "Kontrolliertes Trinken", "Kontrolle Im Selbstbestimmten Substanzkontrolltraining und das "Selbstkontrolltraining für verantwortungsbewussten Umgang bei riskantem Konsumverhalten" angeboten, so der Diplom Sozialpädagoge zu den Entwicklungen im Bereich der ambulanten Suchthilfe.

In diesem Zusammenhang weist der Direktor auch auf den neuen Caritas Unternehmensservice hin. Arbeitgebern und Mitarbeitern in Betrieben werden umfangreiche Beratungsangebote offeriert, die es erleichtern sollen, sich einen Weg durch den "Dschungel" sozialer Hilfen zu bahnen. "Der Bedarf von Unternehmen nach externer Mitarbeiterberatung steigt. Da wir seit Jahrzehnten Menschen mit unseren Fachdiensten beraten und unterstützen, trauen wir uns dieses neue Beschäftigungsfeld zu. Wir sind Sozialexperten in  Ehe- und Familienberatung, Hilfe bei Sucht und psychischer Erkrankung, Familienhilfe,  Migration, Beschäftigung und Qualifizierung und bieten vielfältige Angebote für ältere und pflegebedürftige Menschen, " erläutert Funcke die Stärken des Verbandes. Spannend sei es, dieses neue Aufgabenfeld noch weiter zu entwickeln. Auch im Odenwaldkreis haben Firmen schon Interesse an dem neuen Service gezeigt.

Im Caritas Zentrum Erbach gibt es ab Januar 2015 das Angebot der Ehe-, Familien- und Lebensberatung. "Wir sind sehr froh, dass wir dieses zusätzliche Angebot haben, denn eine ausgesprochene Eheberatungsstelle gab es bislang im Odenwaldkreis noch nicht, so dass Paare oft für eine Beratung weite Wege in Kauf nehmen mussten", berichtet Dienststellenleiterin Ursula Klemm, die seit über 30 Jahren die Caritasarbeit im Odenwaldkreis prägt. Als Einzelkämpferin startete sie als junge Sozialarbeiterin in einem kleinen Büroraum im Kellergeschoss. Dort baute sie die Caritas Beratungsstelle auf und hatte von Anfang an immer ein offenes Ohr für alle Fragen der Bevölkerung. Dank ihres großen Engagements und des Engagements ihres Teams sowie vieler Ehrenamtlicher entwickelte sich die Beratungsstelle zum Caritas Zentrum.

Um allen Caritas-Ehrenamtlichen vom Caritas Zentrum und von der Gemeindecaritas im Dekanat Erbach Dankeschön zusagen, findet am Samstag, den 27.06.15 in Erbach ein Dankeschön Tag statt. "Durch das ehrenamtliche Engagement können viele Aktivitäten in den Pfarrgemeinden und im Caritasverband angeboten werden. Daher möchten wir nun herzlich Danke sagen", so Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer.

Als Dankeschön  für das oft sehr zeit- und kräftezehrende Engagement bekommen die Ehrenamtlichen diesen Tag geschenkt.Die Veranstaltung findet auf dem Gelände des Pfarrzentrums St. Sophia, Hauptstraße 42 in Erbach statt, wo sich auch das Caritas Zentrum befindet.Beginn ist um 12.00 mit einem gemeinsamen Mittagessen. Danach gibt es eine Kabarettveranstaltung mit Thomas Klumb und ab 15 Uhr verschiedene Erlebnis- und Wohlfühlgruppen. Bei Getränken und Kuchen besteht den ganzen Nachmittag die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch.Die Veranstaltung endet  mit einem Gottesdienst mit Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann.

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