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Stand: 12.06.2017

Pressemitteilung

40 Jahre Dienst am Nächsten – Zeit, danke zu sagen

Anschließend lädt der Verband zum Festakt ins Gemeindezentrum „Haus Dornbusch“ ein.   

Der älteste Klient ist 102, der Jüngste gerade mal fünf Jahre. Manche werden über Monate, andere über Jahre hinweg betreut. So unterschiedlich wie das Alter und die Versorgungszeit, sind auch die Aufgaben, welche die Mitarbeitenden der Caritas-Sozialstation Tag für Tag erfüllen. Mal ist es eine Spritze, ein Verbandswechsel, eine Infusion, mal wird ein Klient gewaschen und mancher bis zum letzten Atemzug begleitet. Bei Wind und Wetter, trotz Eis und Schnee, das Team der Caritas-Sozialstation bemüht sich, alle Klienten zu den Wunschzeiten mit dem Wunschpersonal zu versorgen. Und das jetzt schon seit über 40 Jahren, denn 1974 entschied sich der Caritasverband Darmstadt eine Sozialstation zu gründen, damals Caritas-Sozialstation Heppenheim-Lorsch-Einhausen genannt. Vor zwei Jahren wurde Einhausen wegen organisatorischer Umstellungen mit der Sozialstation Bürstadt zusammengeführt und so ist das mittlerweile 54-köpfige Team täglich für die Versorgung von ca. 200 Patienten aus Heppenheim, Bensheim und Lorsch zuständig.

Vor 40 Jahren war das noch etwas anders: Vor der Gründung der Sozialstation gab es eine Ordensschwester, die Gemeindeschwester, die die Pflegebedürftigen zu Hause besuchte. Mit Fahrrad oder zu Fuß. Die Schwestern leisteten Hilfe, spendeten Trost und machten ihren Patienten Mut. Bei der Gründung der Caritas Sozialstation war es ein kleiner Kreis von Schwestern, die zu den Pflegebedürftigen nach Hause kamen, um diese in der Häuslichkeit zu pflegen. Pflegedokumentation war damals noch kein Thema, Handys gab es noch keine. Spenden, Naturalien oder manchmal auch ein „Vergelt`s Gott!“ waren der Lohn. 40 Jahre später hat sich vieles verändert: es arbeiten keine Ordensschwestern mehr für die Caritas-Sozialstation, unterwegs sind die Mitarbeitenden mit Autos, ständig über Handy erreichbar und der Zeit-, Kosten- und Leistungsdruck ist stark gestiegen. „Gleich geblieben ist jedoch, dass der Caritasverband die  professionelle Pflege, das Engagement und den Blick auf die Menschlichkeit über all die Jahre erhalten hat“, so Caritasdirektor Ansgar Funcke. Eine Bezahlung nach Tarif und das Angebot einer zusätzlichen Altersvorsorge sowie ein großes Fortbildungsangebot sorgen dafür, dass die Mitarbeitenden trotz aller hohen Anforderungen, die dieser Beruf mit sich bringe, in Zufriedenheit einen guten Job machen können.

Einen guten Job machte auch Anne Hansen, den meisten bekannt als Schwester Anne. Sie prägte die Sozialstation durch 29 Dienstjahre, davon 23 als Leiterin. Auch seit dem Ruhestand vor sechs Jahren ist sie noch für die Sozialstation weiter aktiv. Ihre Nachfolgerin Annette Ehrhard ist seit 2003 für das 54-köpfige Team aus Krankenschwestern und -pflegern, Altenpflegern, Pflegehilfskräften, Alltagsbegleitern, Übungsleitern, Verwaltungskraft, Familienpflegerin sowie zwei Teilnehmende des Bundesfreiwilligendienstes verantwortlich. „Neben der Pflege bieten wir Hausnotruf, Hilfe im Haushalt, Entlastung pflegender Angehöriger und professionelle Beratung an“, so die Dienststellenleiterin. „Stark angestiegen ist in den letzten Jahren der Beratungsbedarf von Klienten und Angehörigen. Viele haben Fragen zur Finanzierung von Leistungen oder wissen nicht, welches Hilfeangebot am besten geeignet ist. Im Gespräch kann man ihnen beispielsweise die Vorteile einer Betreuung in der Häuslichkeit oder von Betreuungs- und Entlastungsleistungen für Menschen mit Demenz besser erklären und Unklarheiten gleich beseitigen.“

In den 40 Jahren ist der Wind in dieser Branche rauer geworden. Die minutengenaue Leistungsfestlegung und –abrechnung, die Vielzahl an osteuropäischen Pflegekräften und der Pflegekräftemangel bei steigender Zahl Pflegebedürftiger sind immer wieder neue Herausforderungen, auf die die Caritas reagieren muss. Annette Ehrhard ist sich sicher, dass die Nachfrage nach Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Zukunft stark anwachsen wird. Denn dank des Pflegestärkungsgesetzes werden Angehörige seit Anfang des Jahres  stärker entlastet. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diese zusätzlichen Betreuungsleistungen erbringen, sind im Umgang mit dementiell erkrankten Menschen geschult. Die Beschäftigungsangebote werden jeweils individuell auf die erkrankten Menschen und ihre Biografie abgestimmt.“

Seit fünf Jahren bildet die Sozialstation in Altenpflege und Altenpflegehilfe aus und arbeitet eng mit den Alten- und Krankenpflegeschulen  sowie dem Hospizdienst zusammen. Auch das Caritas Netzwerk mit allgemeiner Lebensberatung, Senioren-, Sucht-, und Erziehungsberatung sowie der Tagespflege des Caritasheimes St. Elisabeth in Bensheim wird vom einen oder anderen Klienten gerne in Anspruch genommen.

 Nicht selten sind die Mitarbeitenden der einzige Kontakt den die Klienten am Tag haben. „Da wird man für manchen zu einer wichtigen Vertrauensperson“, sagt Annette Ehrhard etwas wehmütig, denn als Dienststellenleiterin ist sie nicht mehr in der Pflege tätig und der Arbeitsalltag wird stark vom wirtschaftlichen Denken bestimmt. Bei aller Wirtschaftlichkeit behalten sie und ihr Team aber immer den Menschen im Blick und schaffen so die Grundlage, dass die Sozialstation noch viele weitere runde Geburtstage feiern kann.  

 Kontakt:

Caritas Sozialstation Heppenheim

Darmstädter Str. 8

Tel.:06252 124230

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