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Stand: 12.06.2017

Pressemitteilung

Der Suchthilfeverbund Hessen – ein Erfolgsprojekt feiert 10-jähriges Jubiläum

Das zehnjährige Jubiläum war ein guter Anlass, um einen Rückblick auf die Anfänge zu halten, auf Entwicklungen zu schauen sowie neue Themen und Ziele der Zukunft mit Fachleuten der hauptamtlichen Suchthilfe und Sucht-Selbsthilfe festzulegen.

Rund 50 Fachleute aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern der Suchthilfeeinrichtungen aus Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Frankfurt, Fulda, Friedberg, Gelnhausen, Heppenheim, Rüsselsheim und Wiesbaden sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kreuzbünde der drei Diözesanverbände Fulda, Limburg und Mainz kamen in Frankfurt im Haus am Dom anlässlich des Jubiläums zum Austausch zusammen. Gab es vor zehn Jahren noch Zweifler an einem solch gewagten Projekt, so sind sich heute alle einig, dass sich das mittlerweile deutschlandweit beachtete Netzwerk der Suchthilfe in den zehn Jahren unverzichtbar gemacht hat.

Gegründet wurde der Suchthilfeverbund 2007 mit dem Ziel, Hilfeangebote für gefährdete und abhängigkeitskranke Menschen sowie deren oftmals massiv mitbetroffene Angehörige trotz abnehmender finanzieller Möglichkeiten zu erhalten. Schnell, nahtlos und wohnortunabhängig sollte die Hilfe für Menschen mit Suchtproblemen sein und allen Hilfesuchenden sollte ein gleich umfassendes Hilfeangebot zur Verfügung stehen. Das Konzept funktionierte. Aus vielen Einzelkämpfern wurde ein gut funktionierendes Netzwerk, welches schätzungsweise 40.000 Klienten aufgefangen und begleitet hat. Die Klienten und Klientinnen fanden Hilfe in ambulanter, teilstationärer oder stationärer Rehabilitation, durch Beratung und Vermittlung, dem Angebot des Betreuten Wohnens, Informationsgruppen und durch die angeschlossenen Selbsthilfegruppen. Die Mitglieder und Gruppen des Kreuzbundes sind als katholischer Verband der Caritas und dem Suchthilfeverbund eng verbunden. Eine Zusammenarbeit ist seit vielen Jahren gewachsen.

Der Vorteil für den einzelnen Klienten ist eine schnelle, ineinander verzahnte Hilfe aus einer Hand. Für die Mitarbeitenden hat das effiziente Zusammenarbeiten mit fachlichem Austausch viele Vorteile gebracht. Durch die Koordinatorin des Verbundes, Ulrike Steffgen, gelang eine öffentlichkeitswirksame Vertretung der Interessen der Alkohol-Klientel und der Einrichtungen gegenüber dem Land Hessen und den Leistungsträgern. Die Qualität der angebotenen Leistungen konnte im Verbund durch Sicherung, Weiterentwicklung und strukturiertes Reporting erreicht werden“, so der Geschäftsführer des Verbundes Ansgar Funcke.

Die Unterstützung von Betroffenen und ihren Angehörigen hat an Leistungsstärke gewonnen“, freut sich die Koordinatorin, die anlässlich des runden Geburtstages die vergangenen Jahre in einem lebendigen Vortrag Revue passieren ließ.

Im Austausch mit den Besuchern des Fachtages wurde von allen Seiten betont, dass die Vernetzung viele Vorteile und Arbeitserleichterungen für die praktische Arbeit bringe. Gemeinsam könnten die Anlaufstellen für Betroffene und die Suchthilfeeinrichtungen viel besser auf die sich stets wandelnden Herausforderungen reagieren. Sei es in Bezug auf neue Suchtformen und Suchtmittel, sich ändernde gesetzliche Grundlagen oder neue Hilfemaßnahmen oder neue Konzepte der Rehabilitation.

Vor allem die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems und die gelungene Zertifizierung habe den betroffenen Einrichtungen einen enormen Schub in der Sicherheit und Qualität ihrer Arbeit gegeben“, bestätigte die Koordinatorin. Ohne die Unterstützung von Frau Meyer-Kreft, Qualitätsbeauftragte in der Klinik „Schloß Falkenhof“ wäre dies allerdings nicht gelungen.

In den Glückwünschen der drei Diözesan Caritasdirektoren wurde deutlich, dass es gelungen ist für alle dem Suchthilfeverbund angeschlossenen stationären und ambulanten Einrichtungen eine Win-win-Situation herzustellen. Der Suchthilfeverbund habe sich zu einem Zusammenschluss entwickelt, der in der Fachwelt Hessens, in der HLS, sowie anderen Suchthilfeträgern aber auch bei der Rentenversicherung Hessen und dem Landeswohlfahrtsverband Bedeutung erlangt habe und anerkannt sei.

Beim Jubiläumsfachtag ging es aber auch um die Zukunft: Zu Themen wie Digitalisierung und künftige neue Formen der Vernetzung wurden vielfältige Ideen gesammelt mit dem Ziel, Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen frühzeitiger zu erreichen, anzusprechen und in das vorhandene Hilfesystem zu leiten. Die Zahlen und Ergebnisse zeigen, dass bei dieser Erkrankung aufgrund der vorhandenen Therapiemöglichkeiten sehr gute Heilungschancen erreicht werden.

Hätte die Koordinatorin zum Geburtstag des Suchthilfeverbundes einen Wunsch frei, so würde sie sich die finanzielle Sicherstellung für die Grundversorgung / Beratung in der Suchthilfe wünschen. „Eine Refinanzierung der Suchthilfeeinrichtungen durch Entgelte von Sozialleistungsträgern und öffentlich-rechtlichen Fördergebern ist längst überfällig.

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