
Die Zukunft des Alten- und Pflegeheims Mariä Verkündigung in Lampertheim beschäftigt viele Menschen, die Bewohnerinnen und Bewohner ebenso wie die Angehörigen, die Mitarbeitenden und die Menschen in der Stadt. Der Caritasverband möchte deshalb transparent über den aktuellen Stand informieren und Klarheit schaffen: Der Betrieb des Hauses ist für die kommenden Jahre gesichert.
Caritasdirektorin Stefanie Rhein bedankte sich bei den Mitarbeitenden, der Bewohnerschaft und den Angehörigen für ihre Geduld, ihr Vertrauen und ihr großes Durchhaltevermögen in den vergangenen Jahren. Seit dem Trägerwechsel 2018 waren die Entwicklungen rund um die Zukunft des Hauses immer wieder mit Unsicherheiten, neuen Planungen und schwierigen Entscheidungen verbunden. "Gerade in solchen Phasen braucht es Menschen, die dies alles mittragen und dem Haus die Treue halten. Dafür bin ich sehr dankbar", betont die Caritasdirektorin. "Bei allen Veränderungen und Unsicherheiten war es immer unser gemeinsames Ziel, den Bewohnerinnen und Bewohnern ein verlässliches Zuhause und den Mitarbeitenden eine sichere Perspektive zu geben."
Vor diesem Hintergrund haben Vorstand und Aufsichtsrat nun entschieden rund 400.000 Euro in das bestehende Gebäude des Alten- und Pflegeheims zu investieren. Mit dieser Maßnahme wird der sichere Weiterbetrieb des Hauses für die kommenden Jahre gewährleistet. "Die Investition schafft die notwendige Grundlage, um den Standort stabil fortzuführen und gleichzeitig Zeit für eine fundierte Neubewertung der langfristigen Perspektive zu gewinnen", so die Caritasdirektorin.
Eine gute Auslastung war für das Alten- und Pflegeheim mit seinen 86 vollstationären und fünf Kurzzeitpflegeplätzen nie ein Problem. "Das Haus ist voll belegt und wird nach wie vor gut nachfragt", berichtet Heimleiterin Rebecca Bauer. "Wir sind gut in den Sozialraum eingebunden und das Team ist äußerst engagiert." Und dennoch ist das Personal, wie in der gesamten Pflegebranche, eine der größten Herausforderungen. "Pflege braucht nicht nur gute Gebäude, sondern vor allem gute Menschen", bringt es die Caritasdirektorin auf den Punkt. "Der Fachkräftemangel erschwert zunehmend die langfristige Sicherung von Versorgungsangeboten. Viele erfahrene Mitarbeitende gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand, während offene Stellen immer schwieriger nachbesetzt werden können." Zwar arbeite der Caritasverband kontinuierlich daran, durch attraktive Zusatzleistungen neue Mitarbeitende für diesen wichtigen Beruf zu gewinnen, und dennoch gebe es derzeit zwölf offene Stellen im stationären Bereich.
"Die Zukunft dieses Hauses entscheidet sich daher nicht allein auf dem Papier oder in Bauplänen, sondern vor allem durch die Menschen, die bereit sind, diesen Beruf mit Herz und Kompetenz auszuüben", betont Stefanie Rhein. "Die Fachkräftegewinnung bleibt deshalb einer der entscheidenden Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unseres Hauses."
Entscheidend sei aber, das gehöre der Ehrlichkeit halber auch genannt, die wirtschaftliche Stabilität des Gesamtverbandes. Derzeit stehe der Caritasverband Darmstadt mit dem Um- und Neubau der Suchtklinik "Schloß Falkenhof" in Bensheim vor einem weiteren großen Investitionsprojekt, das den Verband bis voraussichtlich 2029 stark binden wird. Da der Verband kein zweites Bauvorhaben dieser Größenordnung parallel umsetzen könne, sei daher eine grundlegende Neubewertung der Gesamtsituation für das Jahr 2029 vorgesehen. Dann soll unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen, baulichen und personellen Rahmenbedingungen erneut entschieden werden, welche langfristige Lösung für den Standort Lampertheim tragfähig sei. "Unser Ziel ist klar", so die Caritasdirektorin: "Wir wollen auch künftig ein qualitativ gutes und verlässliches Angebot für ältere Menschen in Lampertheim sichern, doch leider liegt es nicht allein in unserer Hand."
Hintergrundinfo:
Nach dem Trägerwechsel zum Caritasverband Darmstadt e. V. im Jahr 2018 wurde zunächst ein umfassendes Sanierungskonzept für das bestehende Gebäude erarbeitet. Ziel war es, das Haus bei laufendem Betrieb zu modernisieren und zukunftsfähig aufzustellen. Die damals kalkulierten Kosten von rund zehn Millionen Euro stiegen jedoch im Zuge vertiefter Planungen und stark veränderter Baupreise erheblich an. Eine Umsetzung dieses Vorhabens war unter diesen Bedingungen, auch unter Einbeziehung möglicher Fördermittel, wirtschaftlich nicht mehr verantwortbar.
In den vergangenen Jahren wurden deshalb unterschiedliche Alternativen, von einer umfassenden Sanierung bis hin zu einem möglichen Neubau, geprüft. Immer stand dabei die Frage im Mittelpunkt, wie eine langfristig tragfähige und qualitativ hochwertige Altenhilfe in Lampertheim gesichert werden kann. Die veränderten Rahmenbedingungen, komplexe Planungsfragen und die insgesamt angespannte Finanzierungssituation machten jedoch wiederholt Anpassungen der ursprünglichen Planungen notwendig.
In die Planungen sind neben dem Caritasverband Darmstadt e. V. auch die Stiftung Mariä Verkündigung, die Pfarrei Alfred Delp Südliches Ried, der Caritasverband für die Diözese Mainz e. V. und das Bistum Mainz eingebunden.
Kontakt:
Caritas Alten- und Pflegeheim
Mariä Verkündigung
Hagenstraße 1
68623 Lampertheim
