Der öffentliche Umgang ist rauer geworden und die Grenzen des Sagbaren haben sich verschoben. Im Alltag werden wir Menschen mit Meinungen und Aussagen konfrontiert, die uns scheinbar ohnmächtig zurücklassen. Unter dem Motto "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen", häufig mit dem Zusatz "Ich bin ja kein Rassist, aber…" verbunden, beschäftigten sich daher die Teilnehmenden des Argumentationstrainings gegen pauschale Diskriminierungen und rechte Parolen mit unterschiedlich undifferenzierten Meinungen. Eingeladen waren Mitarbeitende des Caritasverbandes Darmstadt e. V. sowie interessierte Bensheimer*innen.

Das Training fand im Bensheimer Café Klostergarten im Caritas Mehrgenerationenhaus statt. Es war ein geeigneter Rahmen, um einzuüben, wie Haltung gegenüber Diskriminierungen gezeigt und sprachlichen Grenzüberschreitungen argumentativ begegnet werden kann. Unterstützung für die Durchführung des Workshops erhielten wir vom Programm "Partnerschaft für Demokratie" in Bensheim.
Unter der Leitung von Manfred Forell (Initiative: Vielfalt. Jetzt!) und Gunther Fuchs (Odenwald gegen Rechts) beschäftigten sich die Teilnehmenden mit rechten Gesprächsstrategien (z. B. Parolen-Hopping, Fakten leugnen, Täter-Opfer-Umkehr) und möglichen Reaktionen im Umgang damit. In Gruppenarbeit und anschließend im Plenum wurden Strategien für Selbstfürsorge analysiert. Die Teilnehmenden meldeten zurück, dass die Rollenspiele dazu führten, dass verschiedene Perspektiven dargestellt wurden. Dadurch konnte die Wahrnehmung der Teilnehmenden geschärft werden. Das erlernte Wissen über unterschiedliche Strategien im Umgang mit rechten Parolen wurde als positiv und wertvoll bewertet. Die genannten Strategien, die vor allem in Gesprächen angewendet werden können, beachten dabei die persönliche Lebenserfahrung, die Gefühle sowie die Persönlichkeit von Menschen.
Mit dem Training wurden sowohl die Mitarbeitenden des Caritasverbandes Darmstadt e. V. als auch Bensheimer*innen sensibilisiert, empowert und in ihrer Sprachfähigkeit gestärkt. Außerdem erhielten die Teilnehmenden die notwendigen "Werkzeuge", um souverän gegen Diskriminierungen und rechte Parolen zu (re-)agieren und zu handeln. Ein Folgetraining ist von den Teilnehmenden eindeutig erwünscht und wird demnächst angeboten.
Corine Ngahan
