Konventsleitung Sr. Rosalie Blome und Dienststellenleiter Andreas Mager begrüßten die Gäste aus der direkten Nachbarschaft, ganz Heppenheim sowie Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Vertreter*innen aus Kirche und Politik. Sie erzählten, wie vor rund einem Jahr der gemeinsame Weg begann, als die Caritas auf der Suche nach neuen, barrierefreien Räumen für „Annie’s Suppenküche“ war. Daraus entwickelte sich im Austausch zwischen Caritas und den Vinzentinerinnen ein weitreichendes Konzept. So zog nicht nur die Suppenküche um, sondern 19 Büros mit 31 Mitarbeitenden sind in einem dreiviertel Jahr bei laufenden Betrieb in das Kloster eingezogen. „Wir haben Koffer gepackt und trotzdem weiter beraten“, fasste Andreas Mager den Stress der letzten Monate zusammen. „Aber die Mühe hat sich gelohnt! Die Nähe zum Bahnhof und zu den Angeboten unserer Suchthilfe bieten unter dem Klosterdach neue und niedrigschwelligere Möglichkeiten und Chancen für die Menschen, die unsere Angebote in unterschiedlichsten Lebenslagen nutzen möchten.“
Für die Schwestern, die das Kloster seit 99 Jahren prägen, bedeutet dieser Schritt, ihr Zuhause für die Öffentlichkeit zu öffnen, eine tiefgreifende Veränderung. „Dieser Schritt erfordert Mut, aber er ermöglicht es uns, Bewährtes zu bewahren und zugleich Neues zu wagen“, erklärte Provinzoberin Schwester Patricia Baumann in einer bewegenden Ansprache. „Unser vinzentinisches Charisma kann auf diese Weise lebendig weiterwirken. Das Haus öffnet sich seiner neuen Bestimmung, so kommt zusammen, was zusammengehört.“
Schwester Rosalie betonte den Leitgedanken des Ordensgründers Vinzenz von Paul „Liebe sei Tat.“ Nächstenliebe bedeute damals wie heute, genau hinzuhören, was die Menschen brauchen, die Bedürfnisse wahrzunehmen und Unterstützung im Alltag konkret werden zu lassen. Auch Caritasdirektor Winfried Hoffmann hatte diesen Gedanken aufgegriffen. Als Symbol für den gemeinsamen Aufbruch überreichte er den Schwestern eine Kerze mit der Aufschrift „Liebe sei Tat“ und bat sie, die Arbeit der Caritas weiterhin im Gebet zu begleiten: „Das, was die Schwestern über Generationen an diesem Ort gelebt haben, soll und wird hier weiterwirken. Wir möchten gemeinsam dafür sorgen, dass Nächstenliebe im Alltag der Menschen erfahrbar bleibt.“
Landrat Christian Engelhardt würdigte den Mut zu dieser Kooperation und unterbrach für den Festakt eine parallel stattfindende Katastrophenschutzübung. Er dankte den Schwestern und wünschte dem Kloster ein Ort der Nächstenliebe, Begegnung und Hoffnung zu bleiben. Auch Bürgermeister Rainer Burelbach, Gemeindereferentin Claudia Flath und Marius Schmidt, als Vertreter der Liga Bergstraße, betonten, wie wichtig das engmaschige Netzwerk aus Kirche, Kommune und Wohlfahrtsverbänden für die Region sei. Aus dem neuen Miteinander im Kloster sollen künftig weitere gemeinsame Projekte entstehen.
Nach dem Festakt hatten die Gäste Gelegenheit, bei einem Rundgang die Büros der verschiedenen Beratungsangebote zu besuchen. Auch die Kinder- und Jugendhilfe unter der Leitung von Kirstin Reiniger und die Erziehungsberatung mit Dienststellenleiter Eike Wiesner haben hier ihre neuen Büros bezogen und standen für die Fragen der Gäste zur Verfügung.
In „Annie’s Suppenküche“ konnten die Gäste Kaffee und leckere Torten genießen. Den feierlichen Abschluss des Tages bildete ein gemeinsamer Gottesdienst der Pfarrei Hl. Marianne Cope mit Pfarrer Thomas Meurer in der Klosterkirche. Seine Schlussworte sprachen vielen aus dem Herzen: „Ein wunderschöner Tag geht nun zu Ende.“