Für die Wohngruppe bedeutet der Siebensitzer mehr Mobilität und ein Stück mehr Selbstständigkeit im Alltag. Nun wurde das neue Fahrzeug über Nacht mit Schmierereien beschädigt.
„Das Auto ist echt ein Träumchen“, sagt Nicole Schuhmacher, Gruppenleiterin der Mutter-Kind-Einrichtung. Und das nicht nur wegen seines auffälligen, farbenfrohen Designs. „Er ist nachhaltig, fährt sich wunderbar und ist ganz leise. Gerade bei Fahrten mit kleinen Kindern ist das ein echter Pluspunkt.“
Seit September ist der neue VW ID. Buzz bei der MuKi im Einsatz und wird von den Betreuerinnen für die derzeit sieben junge Mütter und ihre Kinder für Arztbesuche, Behördengänge, Therapien und Einkäufe ebenso genutzt wie für Ausflüge, gemeinsame Freizeitaktivitäten und Wochenendheimfahrten.
Die zwischen 15 und 34 Jahre alten Bewohnerinnen sind zum Teil von allein gekommen, weil sie wussten, dass sie in ihrem bisherigen Umfeld nicht die notwendige Unterstützung erhalten, andere wurden über das Jugendamt vermittelt. „Ziel ist es, die jungen oder werdenden Mütter bei dem Aufbau einer tragfähigen Eltern-Kind Bindung zu unterstützen und auf den Weg zu einer selbstständigen Lebensführung in einer eigenen Wohnung zu begleiten“, sagt Dienststellenleiterin Kirstin Reiniger. Im Durchschnitt bleiben die Mütter rund eineinhalb Jahre in der Einrichtung. „Doch jeder Lebensweg ist anders und nicht immer sind es Erfolgsgeschichten, bei den Päckchen, die die Frauen mit sich tragen“, weiß Nicole Schuhmacher. „Aber Erfolgsgeschichten haben wir glücklicherweise auch einige. So lebte eine junge Mutter drei Jahre in der MuKi und stemmt seit dem Auszug vor eineinhalb Jahren ihr Leben mit ihrem Kind selbstständig.“
Von der Benefizaktion zum neuen Bus
Der Grundstein für den Bus wurde 2023 bei einer besonderen Benefizaktion gelegt. Anna-Lena Kugler-Vogt und Jasmin Kugler hatten nach 17 Jahren Pause den traditionsreichen Weibermarkt in der Sport- und Kulturhalle Weiher als „Weibermarkt 2.0“ wieder aufleben lassen. Der Erfolg war groß: 2.373,40 Euro kamen als Spende zusammen. Die Mitarbeitenden der MuKi legten mit einer eigenen Aktion mit Kinderschminken und Crêpes-Verkauf weitere 300 Euro dazu. Damit war die Anschubfinanzierung für das dringend benötigte Fahrzeug gesichert.
„Solche investiven Anschaffungen werden in der sozialen Arbeit jedoch nicht über die regulären Pflegesätze refinanziert. Deshalb sind wir auf Spenden angewiesen. Wir bedanken uns von Herzen bei allen, die durch die unterschiedlichsten Aktionen an uns denken und so manches möglich machen.“
Freude über den Bus – und Sorge um die Situation vor Ort
Die Präsentation des neuen Fahrzeugs wurde allerdings von einem unschönen Vorfall überschattet. In der Nacht vor dem Pressetermin wurde der Bus mit Schmierereien beschädigt. Die Einrichtung hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet und das Ordnungsamt informiert. Auch ein zweites Fahrzeug der Caritas wurde zerkratzt und verschmiert, berichtet Nicole Schuhmacher, der die Betroffenheit und das Entsetzen darüber anzusehen ist.
Seit rund vier Monaten beobachten die Mitarbeitenden nach eigenen Angaben eine zunehmende Problematik im unmittelbaren Umfeld der Wohngruppe. Der Platz werde zunehmend als Treffpunkt zu mutmaßlichem Drogenhandel genutzt. Jugendliche halten sich dort regelmäßig auf, sind teilweise sehr laut und beeinträchtigen dadurch den Alltag der Bewohnerinnen. Besonders für die Babys ist der Lärm eine Belastung, wenn sie nicht zur Ruhe kommen können, berichtet Nicole Schuhmacher.