Interkulturelle Öffnung

Was haben eine Frau im Rollstuhl, ein Mann in Frauenkleidern, eine Kopftuchträgerin, ein Schwarzer, eine lesbische Mutter, ein Analphabet gemeinsam? Sie repräsentieren die Unterschiedlichkeit und Vielfalt unserer Gesellschaft, sie wünschen sich vielleicht Unterstützung und Begleitung, vielleicht haben sie auch einen Migrationshintergrund.

Im Caritasverband Darmstadt e. V. wollen wir uns und unsere Angebote so entwickeln, dass Menschen mit Unterschieden in Herkunft, Weltanschauung, Geschlecht, Alter, Milieuzugehörigkeit, sexueller Orientierung und körperlicher Ausstattung in uns einen attraktiven und kompetenten Partner sehen.

Interkulturalität reduziert sich nicht auf das Verhältnis zwischen einheimisch Deutschen und eingewanderten Menschen.  Dennoch blicken wir in diesem Projekt zunächst auf die Bevölkerungsgruppe der Migrantinnen und Migranten.
Warum?
Jeder 4. Mensch in Hessen hat einen Migrationshintergrund, in Darmstadt ist es jeder 3.
Aus Erfahrung und aus Forschungsberichten wissen wir, dass Migrantinnen und Migranten in vielen gesellschaftlichen Bereichen benachteiligt werden.
Unsere Dienste und Einrichtungen sind mit ihrer Arbeit sehr nah an der gesellschaftlichen Realität. Diese ist durch Vielfalt und Unterschiedlichkeit geprägt. Wir sehen diese Vielfalt als Bereicherung und Ressource für das gesellschaftliche Leben und für unseren Verband. Als Wohlfahrtsverband stehen wir in der  sozialpolitischen Verantwortung, Teilhabe zu ermöglichen, auch bei uns, bei der Caritas, nicht nur für Ratsuchende. Wir möchten, dass sich Vielfalt auch in unserer Mitarbeiterschaft wiederspiegelt und in den Menschen, die sich ehrenamtlich bei uns engagieren. Teilhabe und Diversity verstehen wir als Querschnittsaufgabe. Wir haben deshalb in unserem Verband den Prozess der Interkulturellen Öffnung eingeleitet.
Passen unsere Angebote für alle unsere Zielgruppen, vergessen wir welche oder schließen wir welche aus?
Erkennen wir die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen?
Welche Bilder haben wir? In welchen Vorurteilen sind wir verhaftet?
Aus welcher Perspektive betrachten wir die Welt?
Unser Ziel ist: den Wandel zu vollziehen von einem „Wir sind für alle offen“ zu einem „Wir haben geöffnet!“.

Interkulturelle Öffnung heißt für uns, die Auseinandersetzung mit unseren Angeboten, mit Zugangsbarrieren, mit unserer interkulturellen Kompetenz, mit unserer Öffentlichkeitsarbeit.

Im Moment erstellt eine Steuerungsgruppe ein Rahmenkonzept zur interkulturellen Öffnung unter Beteiligung aller Fachbereiche.

Wir beteiligen die Mitarbeitenden vor Ort bei der Umsetzung der interkulturellen Öffnung in den Einrichtungen. Notwendige  Strukturen zur Umsetzung und zur Nachhaltigkeit richten wir ein. Auch die Personalentwicklung wird darauf ausgerichtet. Zur Begleitung des Prozesses wurde eine Stabstelle „Interkulturelle Öffnung“ eingerichtet.

Die Hessische Landesregierung unterstützt das Projekt durch die Förderung als innovatives Modellprojekt im Landesprogamm  „WIR - Wegweisende Integrationsansätze realisieren“.

Diversity

Charta der Vielfalt: „Divesity bezeichnet die Vielfalt der Menschen. Ihre Gemeinsamkeiten und ihre Unterschiede lassen sich anhand bestimmter Merkmale – den Diversity-Dimensionen fassen. Diversity-Dimensionen sind Alter, Geschlecht, Ethnie, Religion, körperliche Austattung, sexuelle Ausrichtung.“

Steuerungsgruppe

Mitglieder der Steuerungsgruppe

Franz-Josef Kiefer
Caritasdirektor  
Maria-Antonia Estol Stabsstelle Interkulturelle Öffnung
Janina Helm
Gemeindepsychiatrisches Zentrum, Reinheim
Horst Miltenberger
Gemeinwesenarbeit Darmstadt
Gudrun Schneider
Allgemeine Lebensberatung, Darmstadt
Michael Weber
Qualitätsmanagement Altenhilfe
Rita Wingert
Mitarbeitervertretung
Jochen Bickel Suchtberatung, Heppenheim

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Aufenthaltstitel, ihre Möglichkeiten, ihre Beschränkungen

In zweiter Auflage ist die Arbeitshilfe „Aufenthaltstitel, ihre Möglichkeiten und ihre Beschränkungen“ erschienen.
Neben vielen grundlegenden Informationen zum Aufenthaltsrecht für Menschen mit ausländischen Pässen, ist auch eine Tabelle enthalten, die schnelle Auskunft darüber gibt, mit welchem Aufenthaltstitel welche Leistungen bezogen werden können.
Von den Autorinnen wurden die häufigsten Fragen aufgegriffen, die in den vergangenen Jahren an den Migrationsdienst und an die Stabsstelle Interkulturelle Öffnung von den Mitarbeitenden des Caritasverbandes Darmstadt gestellt wurden.

Herr Rechtsanwalt Wendl, Wiesbaden, überprüfte die Zusammenstellung.